Waldwende statt Waldende!

Mit diesem eindringlichen Titel hatte der Bergische Naturschutzverein (RBN) und die Klimainitiative Windeck / Gruppe Wald am 29. April zu einer zweiteiligen Veranstaltung nach Windeck-Herchen eingeladen. Als Experte zu diesem Thema war Volker Ziesling, Diplom Forstwirt aus Speyer, anwesend. Der erste Teil der Veranstaltung führte als Waldsparziergang durch die Waldgebiete oberhalb des Bodelschwingh Gymnasiums. Besprochen wurden dort der Umgang mit Kalamitätsflächen, Verjüngung des Waldes in einen Mischwald und eine naturnahe Waldwirtschaft. Das die dort bestehende Kalamitätsflächen mit schwerem Gerät geräumt wurde und so der Boden verdichtet und mit der Abfuhr des geschädigten Holzes Nährstoffe dem Wald entzogen und damit die Grundlagen für eine Verjüngung des Waldes deutlich eingeschränkt sind, wurde deutlich durch den Experten kritisiert. Im Rahmen des Vortrages wurde sehr eindringlich anhand von Temperaturprojektion für die Zukunft auf die zu erwartenden Auswirkungen für den Wald hingewiesen – Temperaturanstieg, Wassermangel, Stürme und Verlust von Biodiversität. Mit dem Hinweis auf die leider viel zu wenigen Naturschutzparks wurde verdeutlicht, dass der Wald ein chaotisches System darstellt, was aus sich heraus den eigenen Erhalt organisiert. Menschliche Eingriffe in dieses System sollten möglichst vermieden werden und wenn dann nach der Maßgabe der natürlichen Verjüngung des Waldes erfolgen. Die überwiegend ökonomische Priorisierung innerhalb der Entscheidungskaskade muss aufgegeben werden und ökologische Präferenzen die Handlungsmaxime sein. Diese Forderung stellt insbesondere für die vielen kleinen privaten Waldbesitzer eine Herausforderung dar. Hinsichtlich der Verwendung des Produktes Holz ist auf eine schonende Kreislaufwirtschaft abzustellen, die einen ressourcenschonenden Umgang ermöglicht. So ist der Transfer vom Waldende zur Waldwende zu schaffen!

Weitere Informationen unter www.waldwende-jetzt.de