Am Samstag, den 12.11.22, fanden sich bei Windeck-Neuenhof im herbstlichen Wald Pilzfreund*innen zusammen, die sich unter der fachkundlichen Leitung des Pilzsachverständigen Frank Langer auf die Suche nach Pilzen machten. Dabei ging es nicht darum Pilze zu sammeln,
sondern vermittelt zu bekommen und zu verstehen, welche Bedeutung Pilze im natürlichen Kreislauf des Waldes erfüllen, welche Pilzarten es gibt, welche genießbar bzw. nicht zum Verzehr geeignet sind. So sind z. B. Baumpilze in ihrer Funktion als „Holzzersetzer“ im Lebenskreislauf des Waldes wichtig und schaffen so die Grundlage für den Start von neuen Bäumen ins Leben. Die Pilze, die wir sehen und sammeln, sind die Fruchtkörper des Pilzmyzel. Das Pilzmyzel bildet ein dichtes Netz um
die Pflanzenwurzel, um dort Wasser, Mineralstoffe und Stickstoffverbindungen gegen Zucker einzutauschen, denen ihnen die Bäume und andere Pflanzen des Waldes liefern. Das Pilsmyzel gilt als das größte und schwerste Lebewesen auf der Erde, dessen Erforschung aber nicht abgeschlossen ist.

Zum Umgang mit den Fruchtkörpern – allgemein den Pilzen – verwies der Pilzexperten auf folgende notwendig zu beachtende Grundregeln für Sammler*innen:


– Beim geringsten Zweifel über Art und Genießbarkeit des Pilzes sollte man die Finger davonlassen.
– Zu beachten ist die Struktur des Pilzkörpers unter dem „Hut“. Ist eine Lamellenstruktur gegeben, ist von der Giftigkeit des Pilzes auszugehen.
– Weist die Struktur Röhren unter braunem Hut auf, ist der Pilz genießbar. Aber Achtung: Pilze nie roh essen, sondern kochen, damit das Gift des rohen Pilzes absorbiert wird.
– Pilze sollten am besten aus dem Erdreich herausgezogen werden, was bei der Bestimmung des Pilzes hilfreich sein kann.
– Zum Transport der gesammelten Pilze sollten unbedingt luftige Behältnisse, z.B. ein Korb, 
genutzt werden.
– Zur sicheren Bestimmung der Genießbarkeit sollte man sich unbedingt auf gesichertes Wissen verlassen.

Im Naturschutz wird zunehmend erkannt, dass Pilze genauso schützenswert wie andere Lebewesen sind: als unsichtbarer Motor der Stoffkreisläufe, als Wasser- und Nährstofflieferanten für Pflanzen, als biologische Netzwerker für Waldbäume sowie als Regulatoren von Pflanzen und Tieren.


Weitere ausführliche Informationen zum Thema sind auf der Homepage der Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. zu finden.