NSG "Ehemalige Siegschleife bei Dreisel"

Das Naturschutzgebiet "Ehemalige Siegschleife bei Dreisel" gehört zu der Gemeinde Windeck und liegt in einer trocken gefallenen, ehemaligen Siegschleife zwischen den Orten Dreisel und Helpenstell. Der Umlaufberg, welcher von der Bergkuppe zum Talgrund einen Höhenunterschied von 50m aufweist wird ebenfalls zum Teil von dem Naturschutzgebiet umfasst. Man nimmt an, dass die Abschnürung der Siegschleife vor ca. 200 000 Jahren stattfand.
Schon im Jahr 1982 fiel durch Hinweise von Herrn Heinz Schumacher die ökologische Besonderheit des Gebietes auf. In den folgenden 10 Jahren kam der ehemaligen Siegschleife als schützenswerter Lebensraum immer mehr Bedeutung zu, so dass im Jahr 1992 der Kernbereich des heutigen Naturschutzgebietes unter Naturschutz gestellt wurde. Im Jahr 1999 wurde das Schutzgebiet mit weiteren Feuchtgebieten im Tal sowie im angrenzenden Hangbereich des Umlaufbergs erweitert, wodurch eine Pufferzone geschaffen wurde, um die Beeinträchtigung durch angrenzende landwirtschaftliche Intensivnutzung zu vermindern. Somit umfasst das heutige Schutzgebiet eine Fläche von 75 ha.

Was ist schützenswert?

Das Naturschutzgebiet ist nicht nur aufgrund der ehemaligen Siegschleife und des Umlaufberges der Sieg ein naturgeschichtliches Dokument, sondern auch Lebensraum der beiden nach der Roten Liste Nordrhein- Westfalens vom Aussterben bedrohten bzw. stark gefährdeten Schmetterlingsarten Großer und Schwarzblauer Wiesenknopf-Moorbläuling. Das Naturschutzgebiet weist im gesamten Rhein-Sieg-Kreis die größten Bestände dieser schützenswerten Arten auf.

Wiesenknopf-Moorbläuling
Wiesenknopf-Moorbläuling © RBN

Die Bläulinge stellen hohe Anforderungen an ihren Lebensraum. Zum einem benötigen sie das Vorkommen des Großen Wiesenknopfes als Futterpflanze und zum anderen müssen ihnen besondere Knotenameisen, in deren Nester die Bläulingsraupe ihre Entwicklung vollendet, als Wirte dienen. Die gefährdeten Schmetterlingsarten leben vor allem in extensiv genutzten, teilverbrachenden Feucht- und Nasswiesen. Alle diese Vorrausetzungen erfüllt das Naturschutzgebiet und bietet so diesen anspruchsvollen Arten einen komplexen Lebensraum.

Was wird gemacht?

Das wichtigste Ziel ist es, in dem Naturschutzgebiet die Talbereiche offen zu halten und das Grünland vorrangig extensiv zu bewirtschaften. Dazu wurde bereits Ende der 80er Jahre ein Plan erstellt, der alle wichtigen Pflegemaßnahmen darstellt. So entstand im Jahr 1989 auch ein Bewirtschaftungskonzept, welches die Pflege der Kernflächen durch Landwirte und dem Rheinisch- Bergischen Naturschutzverein regelt. Weiterhin ist es wichtig den komplexen Lebensraum der Moorbläulinge zu erhalten und zu erweitern. Der Kern des Pflegeplans ist daher eine abgestufte Insel- bzw. Teilflächenmahd auf Flächen, die sowohl Wiesenknopfbestände als auch hohe Dichten der Knotenameisen aufweisen. Diese aufwendige Mahdmethode gewährleistet die Schaffung und Erhaltung eines Mosaiks unterschiedlich alter Wiesen- und Brachestadien. Zudem werden geeignete, ungestörte Bereiche zur Neuansiedlung von Ameisennestern genutzt, damit sich die Moorbläulinge weiter ausbreiten können. Des Weiteren wird dafür gesorgt, dass die im Tal stehende Fichtenriegel, welche eine erhebliche Flugbarriere für die Moorbläulinge darstellt, mit der Zeit beseitigt werden.

NSG "Steinbruch Imhausen"

Der nördlich des Ortes Imhausen gelegene Steinbruch wurde im Jahr 2005 unter Naturschutz gestellt und umfasst eine Fläche von 18 ha. Bei dem Naturschutzgebiet "Steinbruch Imhausen" handelt es sich um einen aktiven Steinbruch, in dem aufgrund der vielen flachen und sonnigen Klein- und Kleinstgewässer regional bedeutsame Populationen der Gelbbauchunke und der Geburtshelferkröte vorkommen.
Die Gelbbauchunke ist in der Roten Liste Nordrhein- Westfalens als "vom Aussterben bedroht" aufgeführt. Daher ist es äußerst wichtig Lebensräume dieser Amphibienart zu schützen. Auch sind die Bestände der Geburtshelferkröte in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen, so dass das Vorkommen dieser Art in dem Steinbruch Imhausen besonderer Beachtung zukommt.
Der Steinbruch Imhausen ist weiterhin ein wichtiger Lebensraum für Greifvögel und Höhlenbrüter, da diese die im Steinbruch häufig vorkommenden Tot- und Altholzbestände als Brut- und Horststandorte nutzen können. Der Steinbruch Imhausen hat gleichzeitig eine erhebliche Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Das Naturschutzgebiet ist daher ein sehenswertes Beispiel, bei dem die Rohstoffgewinnung und der Artenschutz verträglich nebeneinander bestehen.

Was ist schützenswert?

Besonderes Interesse weckt das Vorkommen der in der Roten Liste NRW als vom Aussterben bedrohter geführter Art, der Gelbbauchunke. Für die rheinischen Gelbbauchunkenpopulationen ist der Steinbruch ein sehr wichtiges Areal, da hier der aktive Baubetrieb den dynamischen Lebensraum schafft, den die Tiere für ihre vollständige Entwicklung brauchen.
Die Gelbbauchunke nutzt als Laichhabitat Gewässer, die sich in einem frühen Sukzessionsstadium befinden. Die Gewässer sollten sonnenexponiert, möglichst flach, offen und nur in geringem Maße von höheren Pflanzen besiedelt sein. Diese Bedingungen fand die Gelbbauchunke ursprünglich in den Auen unregulierter Bäche und Flüsse, da sie hier Stillwasserbereiche oder Überschwemmungsmulden zum laichen nutzen konnte. In der heutigen Zivilisationslandschaft sind diese naturnahen Flussauen aber sehr selten geworden, so dass die Gelbbauchunke auf Sekundärlebensräume wie den Steinbruch bei Imhausen ausweicht. Daher ist sehr wichtig solch einen Lebensraum zu schützen und zu verbessern.

Was wird gemacht?

Das vordringliche Ziel ist der Erhalt einer stabilen Population der Gelbbauchunke. Dazu wurde im Einklang mit den Betreibern des Steinbruchs ein Pflegekonzept entwickelt. Das Pflegekonzept zielt darauf ab die vorhandenen Laich- und Landhabitat zu erhalten und weiter zu entwickeln. Eine wichtige Maßnahme ist die Erhöhung des Gewässerangebotes von flachen Klein- und Kleinstgewässer. Dies geschieht häufig infolge des Fahrzeugverkehrs, der durch den aktiven Betrieb in dem Steinbruch Imhausen herrscht. Weiterhin ist es wichtig den Pflanzenwuchs zurückzudrängen, um die Lebensbedingungen der stark gefährdeten Amphibienart zu verbessern.

NSG "Hohes Wäldchen auf dem Nutscheid"

Das Naturschutzgebiet "Hohes Wäldchen auf dem Nutscheid" gehört größtenteils zu der Gemeinde Windeck und liegt auf dem höchsten Punkt des Nutscheid- Waldrückens. Es handelt sich um ein mit 5 ha relativ kleines Gelände, welches ehemals militärisch genutzt wurde. Durch diese Nutzung wurde die kleine Fläche auf dem Nutscheid- Waldrücken offen gehalten, so dass sich im Laufe der Jahre schützenswerte Biotoptypen wie z.B. die Zwergstrauchheide oder das Magergrünland entwickeln konnten. Daher wurde im Jahr 1999 aus der Militärstation ein Naturschutzgebiet und ist mittlerweile Bestandteil eines großflächigen Biotopverbunds.

Was ist schützenswert?

In dem ehemaligen Militärgelände sind Biotoptypen zu finden, die ursprünglich für den Nordwestdeutschen Raum charakteristisch sind, aber immer seltener werden und mittlerweile als Vegetationsformen der historischen Kulturlandschaft gelten.
So finden sich hier große Bestände der Zwergstrauchheide, welche sich auf der aus militärischen Gründen offen gehaltenen Fläche entwickeln konnten. Zwergstrauchheiden breiten sich als erste Vegetationsform auf nährstoffarmen Sandböden aus und dienen vielen Tierarten wie z.B. Heideschrecken, Ameisen und Laufkäfer als Lebensraum. In früheren Zeiten hatte dieser anthropogene Vegetationstyp eine große Flächenausbreitung, da sie durch kontinuierliche Beweidung z.B. durch Schafe erhalten blieb.
Seither sind die Zwergstrauchheiden aber durch Aufforstung, Aufgabe der Weidenutzung oder durch Überführung in intensive Grasland- oder Ackernutzung in weiten Teilen aus unserem Landschaftsbild verschwunden. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Magergrünland, welches ebenfalls in dem Naturschutzgebiet zu finden ist. Besonders bedroht sind diese Flächen durch eine Verbuschung mit Ginster und müssen daher ständig offen gehalten werden.

Was wird gemacht?

Um die Zwergstrauchheide und das Magergrünland zu erhalten wird das Naturschutzgebiet regelmäßig mit Schafen beweidet. Unter dem Einfluss der Beweidung bleiben die Zwergstrauchflächen und das magere Grünland erhalten und bilden sich weiter aus. Der Verbiss der Schafe ist für den Fortbestand der gefährdeten Biotoptypen sehr entscheidend. Weiterhin wird dafür gesorgt, dass die Flächen nicht verbuschen, sondern offen bleiben.

NSG "Wälder auf dem Leuscheid"

Das Naturschutzgebiet "Wälder auf dem Leuscheid" liegt in den Gemeinden Windeck und Eitorf zwischen der Sieg und der Grenze zu Rheinland-Pfalz.
Das Gebiet ist im September 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden und ist somit das jüngste NSG der Gemeinde Windeck. Mit 1400 ha ist der Höhenrücken des Leuscheid eins der größten Naturschutzgebiete im Rhein- Sieg- Kreis. Die Wälder haben einen sehr großen Wert für den Arten- und Biotopschutz. Begründet ist dies unter anderem durch den großen zusammenhängenden Waldbestand und durch die große Vielfalt, der im Gebiet vorzufindenden Biotope. Innerhalb des Leuscheidt befinden sich zwei Gebiete: "Buchenwälder auf dem Leuscheid" und "Wohmbachtal und Zuflüsse", die in naher Zukunft als FFH- Gebiet ausgezeichnet werden.

Was ist schützenswert?

Der Leuscheid wird vor allem durch Laub- und Misch- und Nadelwälder geprägt. Besonders wertvoll sind die alten Hainsimsen- Buchenwälder und die Eichen- Buchenwälder, die große Flächen des Gebietes, einnehmen. Weiterhin finden sich, in kleineren Bestände von Bruch- Erlen- und Moorwälder. Diese Lebensräume sind sehr selten geworden und daher von besonderer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz.
Der Leuscheid wird von naturnahen Mittelgebirgsbächen durchflossen und bilden ebenfalls einen schützenwerten Lebensraum. Die Mittelgebirgsbäche sowie deren Quellbereiche sind hier noch nahezu unbelastet, da im Leuscheid Einleitungen oder sonstige Gewässerbelastungen fast vollständig fehlen.
Die Wälder des Leuscheids sind außerdem durch zahlreiche kleinere Biotope, wie z.B. Trocken- und Feuchtheiden oder Nass- und Magergrünland, die eine hohe Artenvielfalt aufweisen, geprägt. Betrachtet man die Tierwelt des Leuscheids, so erkennt man den Artenreichtum des Gebietes. Neben zahlreichen Vogelarten bevölkern sechs Amphibienarten, 17 Libellenarten sowie 125 Totholz-Käferarten den Leuscheid. Die Vogelwelt zeichnet sich vor allem durch die Spechtarten aus. Hier kommen von sieben in NRW heimischen Spechtarten fünf vor. Dies sind Buntspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schwarzspecht sowie vereinzelt der Kleinspecht. Bei den Amphibienarten finden sich häufig Waldarten, wie der Grasfrosch oder der Faden- und Bergmolch, die kleinere Gewässer besiedeln. Als gefährdet gelten alle Libellen, die zu den Fließgewässerarten zählen, wie z.B. die Gestreifte und Zweigestreifte Quelljungfer und haben daher besonderen Wert für das Naturschutzgebiet.

Was wird gemacht?

Das oberste Ziel ist die naturnahe Waldbewirtschaftung in den Wäldern des Leuscheids. Außerdem soll versucht werden den hohen Nadelholzanteil von ca. 60% zu reduzieren. Weiterhin ist geplant, dass im Osten und Norden des Gebietes weitere, sonnige Stillgewässer angelegt werden. Das Angebot an stehenden und liegenden Totholz ist zu gering und daher werden bestimmte Maßnahmen getroffen, damit abgestorbene hohle Bäume im Bestand verbleiben.

NSG "Rosbachtal"

Das Naturschutzgebiet "Rosbachtal" gehört zur Gemeinde Windeck und liegt östlich des Ortes Rosbach. Das Gebiet umfasst 6 km des Rosbachtales sowie das Juchtbachtal und einige umliegende Quellbäche. Das 143 ha große Gebiet wurde im Jahr 1994 als Naturschutzgebiet ausgezeichnet und ist auch als FFH-Gebiet anerkannt.
Das Schutzgebiet ist ein typisches Mittelgebirgsbachtal des Bergischen Landes und zeichnet sich durch den noch weitgehend natürlichen Verlauf des Rosbaches aus. Naturnahe Bachgehölze, in denen die Schwarzerle vorherrscht, begleiten den Rosbach entlang seiner Uferzone. Die Bachauen im Schutzgebiet sind von feuchten Hochstaudenfluren oder von extensiv genutztem Grünland mit Feucht-, Nass- und Magerwiesen geprägt. Besonders schützenswert sind auch die aus historischer Nutzung hervorgegangen Niederwälder, die große Teile der umliegenden, steilen Hänge gestalten. Das Rosbachtal zeichnet sich weiterhin durch zahlreiche Sekundärlebensräume, wie Steinbrüche und Abraumhalden aus, die dem Rosbachtal eine besondere Eigenart verleihen.
Aufgrund dieser strukturreichen Landschaft ist das Rosbachtal ein besonderer Lebens- und Rückzugsraum für viele, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierarten wie Schmetterlinge, Vögel, Fledermäuse und Fische.

Was ist schützenswert?

Im besonderen Blickpunkt steht der Niederwald, der die steilen Hänge des Rosbachtals gestaltet. Unter Niederwald versteht man eine Form der Waldwirtschaft, bei dem die Bäume etwa alle 20 Jahre abgeschlagen werden, um sich dann aus den verbleibenden Wurzelstöcken und Stümpfen zu regenerieren. Das geerntete Holz diente vor allem als Brennholz oder zur Gewinnung von Holzkohle. Die Eiche war die dominierende Baumart in den Niederwäldern, da die Eichenrinde zusätzlich zu Gewinnung von Gerbstoffen diente und sie eine gute Ausschlagsfähigkeit besitzt. Bei den heute vorzufindenden Wäldern im Rosbachtal handelt es sich daher überwiegend um Eichen- oder eichenreiche Laubwälder.
In Niederwäldern findet man sonnige, krautige Bereiche oder von Heidekraut bewachsene Bereiche sowie mit Gebüschen oder lichten Baumbeständen bestandene Flächen. Diese vielfältigen Strukturen bieten zahlreichen Schmetterlingsarten einen besonderen Lebensraum. So bewohnen die Raupen des gefährdeten Alteichen-Glasflügler alte Eichen mit Wurzelhöhlen im Niederwald und der Birken-Glasflügler bildet Schlupflöcher in der Birkenrinde. Auch der in NRW vom Aussterben bedrohte braune Eichen-Zipfelfalter findet hier einen Lebensraum, da an warmen, trocken stehenden, jungen Eichenbüschen lebt. Im gesamten Naturschutzgebiet fanden sich bisher 500 Schmetterlingsarten, wobei etwa 120 Arten in der Roten-Liste NRW aufgeführt sind. Darunter befinden sich auch die Tagfalterarten Großer und Kleiner Moorbläuling, deren Vorkommen dazu führte, dass das NSG als FFH-Gebiet gemeldet wurde, da es sich bei diesen Schmetterlingsarten um hochgradig gefährdete und europaweit bedeutsame Tierarten handelt.
Der naturnahe Verlauf des Rosbachs stellt mit seinen zahlreichen Abbruchkanten dem Eisvogel Brutplätze zu Verfügung, so dass sich auch diese seltene Vogelart beobachten lässt. Darüber hinaus leben Vogelarten wie z.B. Mittelspecht, Rotmilan und Schwarzstorch in diesem Gebiet.
Besondere Beachtung kommt auch dem Vorkommen der 343 Pflanzenarten, von denen 20 auf der Roten Liste NRW stehen, zu. So zeigt der Fieberklee hier seine größten Bestände im Rhein-Sieg-Kreis und das Labkraut-Sommerwurz hat kreisweit im Rosbachtal ihren einzigen Wuchsort.

Was wird gemacht?

Im Naturschutzgebiet Rosbachtal werden zahlreiche Maßnahmen vollzogen, um die Arten- und Biotopvielfalt zu erhalten bzw. zu erweitern.
Zu ihnen zählt beispielsweise die Wiederaufnahme der historischen Niederwaldnutzung auf ausgewählten Flächen. Die restliche Waldbewirtschaftung gestaltet sich größtenteils naturnah und Kahlschlag wird vermieden. Darüber hinaus werden die sich im Tal befindenden Grünlandflächen nur noch extensiv genutzt, um eine Eutrophierung der Gewässer zu verhindern.

NSG "Altarm der Sieg, Krummauel"

Das Naturschutzgebiet "Altarm der Sieg, Krummauel" gehört zur Gemeinde Windeck und liegt in der Nähe des Ortes Schladern. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 19 ha und wurde im Jahr 1992 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es gehört zu dem FFH-Gebiet "Siegaue". Zu dem Naturschutzgebiet werden drei verschiedene Flächen gezählt. Zum einen gehören die Siegaltarme nördlich und südlich der Eisenbahnlinie, zum anderen eine kleine Fläche im Ort Schladern zum NSG. Das heutige Naturschutzgebiet entstand durch zwei große Baumaßnahmen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dazu zählen zum einen der Bau der Bahntrasse und zum anderen die Herstellung einer Wasserkraftanlage. Im Verlauf dieser Baumaßnahmen wurde die Sieg umgeleitet und zum Teil gestaut, so dass sich die Siegaltarme bildeten und aus heutiger Sicht sehr zu schützen sind.

Was ist schützenswert?

Das Naturschutzgebiet ist ein Lebensraum für viele schützenswerte Tier- und Pflanzenarten und zeichnet sich durch eine hohe Artenvielfalt und Strukturreichtum aus. Besonders bemerkenswert sind die Auen- und Bruchwälder, die große Teile des Gebietes ausmachen. Die Stillwasserbereiche bilden ebenfalls sehr wertvolle Lebensräume. So findet man hier zahlreiche Libellenarten, Schmetterlinge und vor allem Wasservögel, die die offenen Wasserflächen besiedeln. Ein häufig anzutreffender Bewohner ist der Graureiher, der in den Siegaltarmen ein großes Nahrungsangebot vorfindet. Ebenfalls anzutreffen ist der immer seltener gewordene Grasfrosch. Zahlreiche Tierarten, die in diesem Gebiet leben sind auf der Roten Liste Nordrhein- Westfalens aufgeführt und daher besonders zu schützen.

Was wird gemacht?

Um die vielen Strukturen der Lebensräume zu erhalten oder wieder herzustellen werden viele Maßnahmen getroffen, die einer Gefährdung entgegenwirken. Das Naturschutzgebiet ist neben Aufforstung, angrenzender Landwirtschaft und Fischerei auch durch eine Eutrophierung der Gewässer gefährdet. Um den störenden Einfluss der angrenzenden Nutzung zu verhindern wurde beispielsweise eine Pufferzone angelegt. Weiterhin werden die Gewässer regelmäßig entschlammt, um so einen Sauerstoffmangel im Wasser zu verhindern und damit dem Fischsterben entgegen zu wirken. Die Waldbewirtschaftung unterliegt genauen Regeln und ist möglichst naturnah durchzuführen.

NSG "Silikatfelsen an der Sieg"

Das Naturschutzgebiet "Silikatfelsen an der Sieg" gehört größtenteils zur Gemeinde Windeck und liegt bei der Ortschaft Geilhausen. Der restliche Teil des Naturschutzgebietes gehört zur Gemeinde Eitorf. Die beiden Teilflächen ergeben eine Gesamtgröße von 12,6 ha und wurden im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Weiterhin wurde es als FFH- Gebiet gemeldet, da sich hier Lebensräume finden, die von gemeinschaftlichem Interesse sind.
Das Gebiet umfasst bewaldete Hänge an der Sieg, welche sich besonders durch das Vorkommen von Silikatfelsen auszeichnen.
Die Silikatfelsen bieten vielen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum und sind daher zu schützen. Das Gebiet ist weiterhin durch dichte Laubwaldbestände und Bereiche, die ehemals als Niederwälder genutzt wurden, geprägt. Ebenfalls finden sich hier noch viele, kleinere Fließgewässer, die noch als naturnah eingestuft werden können.

Was ist schützenwert?

Silikatfelsen werden vor allem von Moosen und bestimmter Felsspaltenvegetation besiedelt und bilden so einen wichtigen Lebensraum. Dieser Lebensraum ist in den letzten Jahren immer seltener geworden und findet sich daher im Anhang der FFH- Richtlinie. Das Gebiet ist daher mit seinen gut ausgeprägten, naturraumtypischen Moosgesellschaften und der charakteristischen Felsspaltenvegetation besonders schützenwert.
Die Fließgewässer des Naturschutzgebietes sind, im Gegensatz zu den meisten Flüssen und Bächen in Deutschland, in einem naturnahen Zustand. Hier findet man noch eine, für kleinere Fließgewässer typische, Unterwasservegetation vor. Auch dieser Lebensraum wird durch die FFH- Richtlinie geschützt. Weiterhin zeichnet sich das Gebiet durch Waldbereiche aus, die ehemals als Niederwälder genutzt wurden. Niederwälder bieten vielen Schmetterlingsarten, die vom Aussterben bedroht sind, wie z.B. den Raupen des braunen Eichen-Zipfelfalters oder den Larven des Eichen-Glasflüglers einen idealen Lebensraum und sind müssen daher erhalten werden.

Was wird gemacht?

Besonders zu schützen sind die Bereiche der Silikatfelsen in denen die Felsspaltenvegetation gut ausgeprägt ist. Daher ist besonders die Freizeitnutzung durch die Bevölkerung zu kontrollieren. So ist es beispielsweise verboten in diesem Gebiet zu klettern oder die Wege zu verlassen. Weiterhin werden viele waldbauliche und biotopgestaltende Maßnahmen getroffen, um die natürlichen Waldgesellschaften zu erhalten oder wiederherzustellen.

NSG "Sieg"

Das Naturschutzgebiet "Sieg" umfasst das Mittelsiegtal, welches sich zwischen den Orten Führten und Troisdorf schlängelt. Somit liegt es auch in der Gemeinde Windeck. Das geschützte Siegtal bildet eine Fläche von 618 ha und beinhaltet eine Vielzahl von Lebensräumen und Arten, die von gemeinschaftlichen Interesse sind und daher als FFH- Gebiete ernannt worden sind. Es wurde es als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Die Sieg verläuft zwischen den einzelnen Orten sehr windungsreich und weist unterschiedliche Breiten auf. In den höheren Bereichen ist das Tal der Sieg kastenförmig und schneidet sich in das Mittelsieg- Bergland ein. Weiter flussabwärts vergrößert sich die Sieg allmählich und das Tal weitet sich aus und bildet langsam den Übergang zur Siegniederung der Köln-Bonner Rheinebene.
Die Uferbereiche der Gleithänge werden weitgehend durch landwirtschaftlich genutztes Grünland geprägt. Das Prallufer zeichnet sich Steilhänge aus, die hauptsächlich bewaldet sind. In der Siegaue liegen einige Altarme, die zum Teil mit wertvollen Erlen- und Auenwäldern bewachsen sind. Stellenweise wird der Siegverlauf von Silikatfelsen, die reich mit Felsspaltenvegetation bewachsen sind begleitet.

Was ist schützenswert?

Der Mittellauf der Sieg gestaltet sich in einigen Teilen noch sehr naturnah, so dass die Sieg selbst als auch die angrenzende Aue wertvolle Lebensräume bietet. Besonders Interesse kommen den Erlen- und Auenwälder vor, die zum Teil die Altarme der Sieg bewachsen und eine landesweite Bedeutung haben. Die Altarme sind größtenteils natürlich eutrophiert und stellen so einen wichtigen Lebensraum für Stillwasserbewohner dar.
Fische, die immer seltener werden, wie das Bachneuenauge, das Flussneunauge oder auch der Lachs finden in der Sieg einen idealen Lebensraum und sind besonders zu schützen. Weiter besiedeln Amphibienarten, wie die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke, das Siegtal, da es sie hier viele kleine und sonnige Gewässer finden.
Besonders wertvoll sind die Gewässerabschnitte, die für den Naturraum Mittelsieg-Bergland eine repräsentative Unterwasservegetation beherbergen.

Was wird gemacht?

Das Ziel, die Fließgewässer- und Auenbiotope zu erhalten und zu optimieren wird bei dem Naturschutzgebiet "Sieg" durch zahlreiche Maßnahmen verfolgt. So werden noch begradigte Bereiche in einen naturnahen Zustand gebracht. Dazu zählt unter anderem die Entfernung der Uferbefestigung, die ursprünglich angebracht wurde um den Fluss zu begradigen. Durch die Maßnahmen soll gewährleistet werden, dass die Sieg natürlich mäandriert und die Überschwemmungsdynamik sich naturnah gestaltet. Weiter wird eine extensive Grünlandnutzung im Bereich der Aue gefördert, um die Entwicklung zusätzlicher auentypischer Lebensräume zu unterstützen. Auch wird die Entwicklung von Weichholzauenwäldern gestärkt.


Letzte Aktualisierung:  30.12.2016